Wiedereinzug

Ich arbeite seit kurzem an einem Hörbuch. Vermutlich wird es in der zweiten Jahreshälfte 2021 erscheinen. Hier eine Hörprobe des Kapitel “Wiedereinzug” (mit Veranstaltungshinweisen für Oktober und November 2020):

Kraft und Kräfte

Auf der Kundgebung zu 30 Jahre Mainzer Straße am 13.09.2020 las ich das Kapitel “Kraft und Kräfte” aus dem Buch, ganz so, wie ich den Räumungsversuch der Mainzer Straße am 13.11.1990 erlebt hatte, der nach stundenlanger militanter Gegenwehr zum Abzug der Berliner Polizei führte.

Anlässlich der angekündigten Räumung der Liebig34 zum 09.10.2020, stelle ich das Kapitel “Kraft und Kräfte” nicht als Text, sondern als Audio online.

Kapitel

  • Provinz
  • Berlin
    • Die erste Bleibe
    • Die Zeitung
    • Das Rote Zimmer
    • Der Erste Mai
    • Das möblierte Zimmer
    • Die Rentnerin
    • Die Warmmiete
    • Die Studentinnen WG
    • Die Volksbewegung
    • Drüben
    • Vollmond
    • Das Infocafe
    • Blind Date
  • Hausbesetzung
    • Die erste Nacht
    • Der Hausnachbar
    • Ein Tourist auf der Oberbaumbrücke
    • Umzugshelfer vom Polenmarkt
    • Die Falltür
    • Augen und Zähne
    • Das Ultimatum
    • Strom
    • Wiedereinzug (Hörprobe)
    • Fenstergitter
    • Der Polizeipräsident
    • Die Vokü
    • Der Schlüssel
    • Ingo und Linda
    • Villa Bernau
    • Abgeführt
    • KWV
    • Mit Lenin in einer Reihe
    • Die Volkssolidarität
    • Telefon
    • Lauschangriff
    • Das Transparent
    • Stehpisser
    • Tuntenhaus und Kaviar
    • Steine
    • Seestern
  • Wohnungsbesetzung
    • Die Keksdose
    • Freie Deutsche Jugend
    • Über Leben
    • Halts Maul Deutschland
    • Klangmaschine – Made in GDR
    • Zwei Halbe und ein Ganzes
  • Mainzer Straße
    • Erste Orientierung
    • Macht und Ohnmacht
    • Film und Fern Sehen
    • Angriff und Verteidigung
    • Kraft und Kräfte
    • Ruhe
    • Am Lagerfeuer
    • Notruf
    • Sturm
    • Traum und Träume
    • Handschlag
    • XB
    • Krisenplenum
    • Flugblätter
  • Zerschlagung
    • Neue Schuhe und eine Bohrung
    • Das Gerücht
    • An der Uni
    • Container
    • Abschied

Inhalt

Im Frühjahr 1990 macht sich der 25-jährige Abiturient Stino auf den Weg nach Berlin, um Philosophie und Informatik zu studieren. Die Stadt feiert euphorisch den Fall der Mauer, während er vergeblich nach einer Unterkunft sucht. Wegen zunehmender Wohnungsnot geht er nach Berlin-Friedrichshain und macht ein leer stehendes Haus zu seinem neuen Zuhause. Mit der Liebigstraße 34 wird Stino zu einem von mehr als 1000 Hausbesetzern, einer neuen autonomen Bewegung in der noch bestehenden DDR.

Es folgen unvermeidbare Konflikte mit Anwohnern, Behörden, Polizei, Faschos und auch innerhalb der Häuser. Lehrreiche Auseinandersetzungen tragen zu neuen Strukturen im Kiez bei, bis wenige Wochen nach dem Tag der Deutschen Einheit diese Entwicklung endet. Eine Polizeiarmee wird bundesweit zusammengezogen, um die besetzten Häuser der benachbarten Mainzer Straße zu räumen.

Vorwort

Liebe LeserInnen

Zwei Gesellschaften aus unterschiedlichen politischen Systemen trafen in Berlin 1990 nach der Maueröffnung unmittelbar aufeinander. Aus den Geschichten, die ich damals dort erlebt hatte, sollte ein Roman werden. Meine Lektorin meinte jedoch, dass dies keinesfalls ein Roman sei, sondern alles echt.
Wirklich alles echt? Vielleicht ohne, dass irgendetwas genau stimmt. Dialoge wurden beispielsweise nicht immer wortgetreu so gesprochen, wie von mir geschrieben. Ihr werdet selbst sehen, wie echt diese Geschichten sind und wie vieles davon Geister.
Habt Spaß mit oder Angst vor meinen echten und unechten Geistern, die vielleicht immer noch in Friedrichshain zwischen räumungsgefährdeten Häusern umherspuken und aus Knüppeln Bumerangs machen. Die Party der Elite ist zu Ende, mit und ohne Geister.

Ich wünsche meinen Schwestern und Brüdern, der Liebig34, dem Kiez und allen räumungsbedrohten Menschen viel Mut, Kraft und Inspiration.
Für eine bessere Welt – für alle.

Antonio Porète, 10. Januar 2020